Die Luftwaffe der Zukunft
Mit dem Ziel, die Verteidigungsfähigkeit weiter zu stärken, wird die Luftwaffe in den nächsten Jahren mehrere Transformationen durchlaufen. Die Einführung der neuen Systeme wie F-35A, Patriot und des Aufklärungsdrohnensystems (ADS 15) ermöglichen den Auf- und Ausbau von Fähigkeiten, was zum Teil organisatorische Anpassungen der Luftwaffenstruktur bedingt. Damit bereitet sich die Luftwaffe auf die Bedrohungen der Zukunft vor.

Text: Kommunikation Verteidigung, Nadine Schröder
Bild: VBS/DDPS, Christian Lucek
Videos: VBS/DDPS
Was die Geschehnisse in der Ukraine bestätigen: Ein Krieg wird zwar am Boden entschieden, doch wer die Luft beherrscht, bestimmt weitgehend, was sich am Boden bewegt. Das bedeutet, dass Kampfflugzeuge und die bodengestützte Luftverteidigung nach wie vor in allen Lagen benötigt werden, um ein Land, seine Bevölkerung und die kritischen Infrastrukturen zu schützen und zu verteidigen. In der Luftverteidigung wirken die bodengestützte Luftverteidigung und das Kampfflugzeug komplementär, indem sie gegenseitig Schwächen kompensieren. Daneben spielt das Kampfflugzeug eine bedeutende Rolle in der Luftaufklärung und bei Angriffen gegen Ziele am Boden.
Die neuen Systeme F-35A, Patriot und ADS 15
Mit dem F-35A und dem bodengestützten Luftverteidigungssystem grösserer Reichweite Patriot verfügt die Schweiz künftig wieder über die Voraussetzung zur integrierten Luftverteidigung. Die Systeme dienen aber auch dem Wiederaufbau der Erdkampffähigkeit zur Unterstützung der Bodentruppen und der Aufklärung mit Kampfflugzeugen. Dabei hilft die neue Aufklärungsdrohne «ADS 15». Divisionär Peter Merz, Kommandant Luftwaffe, fasst zusammen: «Die beiden Systeme F-35A und Patriot bilden zukünftig das Rückgrat für den Schutz des Luftraumes.»
Geachteter Kooperationspartner
Nebst der bereits heute bestehenden Zusammenarbeit mit den Luftwaffen unserer Partnerstaaten kann im Konfliktfall eine Kooperation in Anbetracht der grossen Einsatzdistanzen moderner Abstandswaffen zusätzlichen Mehrwert bringen. Dennoch erklärt der Kommandant Luftwaffe, dass die Konzeptionen zur Weiterentwicklung der Luftwaffe grundsätzlich vorsehen, dass die Schweiz den Kampf bis zu einem gewissen Grad selbstständig führen könnte. Und meint dazu: «Das macht uns jedoch gleichzeitig zu einem beachteten Kooperationspartner.»
Dezentralisierung der Luftverteidigungsmittel
Um ihre Verteidigungsfähigkeit stärken zu können, muss die Luftwaffe ihre Führungsprozesse und Strukturen anpassen. Dazu gehört auch die Umgestaltung aller Flugplatzkommandos und damit einhergehend deren Unterstellung in die Flieger-Brigade 31. Die Militärflugplätze werden unter anderem mit mehr Sicherungsformationen ausgestattet und zur Dezentralisierung befähigt. Als ein Mittel der passiven Luftverteidigungsmassnahmen setzt die Luftwaffe also unter anderem auf die Fähigkeit, die Menschen und das Material innert kürzester Zeit im ganzen Land zu verteilen. Diese Massnahme ermöglicht es ihr, von dezentralen, teilweise auch temporären Standorten aus operieren zu können. Für diesen Zweck wurden gewisse Abschnitte der Schweizer Autobahnen bereits im Kalten Krieg so ausgebaut, dass sie im Ernstfall als Start- und Landebahnen für Kampfjets dienen können. Am 5. Juni 2024 startet und landet die Schweizer Luftwaffe erstmals seit über 30 Jahren mit ihren Kampfflugzeugen des Typs F/A-18 auf der Nationalstrasse A1 bei Payerne.

