Die WTO-Ministerkonferenz in Kamerun endet ohne Durchbrüche
Bern, 30.03.2026 — Am frühen Montagmorgen ging die 14. ordentlichen Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Yaoundé, Kamerun zu Ende. Die schwierige internationale handelspolitische Lage prägte die Gespräche stark – grundlegende politische Weichenstellungen für die laufenden Reformarbeiten blieben aus. Immerhin entschied sich ein Teil der WTO-Mitglieder, das ausgehandelte Abkommen über den elektronischen Handel umzusetzen. Die Schweizer Delegation wurde von Staatssekretärin Helene Budliger Artieda, Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), angeführt.
Die WTO steht vor tiefgreifenden Herausforderungen. Obwohl sich die Mitglieder einig sind, dass das multilaterale Handelssystem dringend reformiert werden muss, konnte kein gemeinsamer Arbeitsplan verabschiedet werden. Auch das für die Schweizer Exportwirtschaft bedeutende Moratorium zum elektronischen Handel konnte nicht wie bisher verlängert werden. Dieses Moratorium hatte bislang verhindert, dass Zölle auf elektronische Übermittlungen wie Software, Musik oder Filme erhoben werden.
Dennoch beschlossen 66 WTO-Mitglieder – darunter auch die Schweiz –, das bereits ausgehandelte plurilaterale E-Commerce-Abkommen umzusetzen. Es soll Unternehmen und Konsumentinnen und Konsumenten im digitalen Handel mehr Rechtssicherheit und Verlässlichkeit bieten. Für die teilnehmenden Staaten gilt zudem ein unbefristetes Verbot von Zöllen auf elektronische Übermittlungen.
Auch bei der angestrebten Modernisierung der Agrarhandelsregeln – einem Kernanliegen vieler WTO-Mitglieder – wurden keine Fortschritte erzielt. Unabhängig davon hat sich jedoch eine Gruppe von 12 Mitgliedern, darunter die Schweiz, zu einem Dialog über neue Themen im Agrarhandel bekannt. Ziel dieses Austauschs ist es, innerhalb der WTO Themen für eine nachhaltige Landwirtschaft und ihren internationalen Handel zu diskutieren.
Aus Schweizer Sicht ist das Ergebnis insgesamt enttäuschend, da der erhoffte Impuls auf Ministerebene für die WTO‑Reform erneut ausblieb. Die Schweiz wird sich gemeinsam mit allen reformwilligen Mitgliedern weiterhin engagiert dafür einsetzen, die notwendige Modernisierung der WTO voranzutreiben.
