Drei neue Nationale Forschungsprogramme
Bern, 20.03.2026 — Der Bundesrat hat am 20. März 2026 drei neue Nationale Forschungsprogramme (NFP) lanciert. Diese befassen sich mit den Themen psychische Gesundheit von Jugendlichen, digitale Resilienz kritischer Infrastrukturen und Robustheit von Lieferketten. Das für die drei NFP bereitgestellte Budget beläuft sich insgesamt auf 17 Millionen Franken und die Forschungsdauer beträgt drei bis vier Jahre. Umgesetzt werden die Programme vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF).
Das NFP «Psychische Gesundheit von Jugendlichen» ist mit sieben Millionen Franken dotiert. Es soll Forschungsarbeiten unterstützen, deren Ergebnisse die Entwicklung, Anpassung und Umsetzung innovativer Ansätze zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen zwischen zehn und vierundzwanzig Jahren ermöglichen. Die psychische Gesundheit von Jugendlichen ist ein grosses Problem für die Gesellschaft, insbesondere nach den zahlreichen Systemkrisen der vergangenen Jahre (Covid-19-Pandemie, russische Invasion der Ukraine usw.). Ausserdem soll das Programm zu einer verbesserten Prävention von psychischen Störungen bei Jugendlichen in der Schweiz beitragen.
Das NFP «Digitale Resilienz kritischer Infrastrukturen» verfügt über ein Budget von fünf Millionen Franken. Die steigende Zahl von Angriffen im Cyberraum stellt ein Risiko für verschiedene Infrastrukturen dar, die für die Schweiz von grundlegender struktureller Bedeutung sind. Unter Einbezug der Sozial- und Geisteswissenschaften in das Ökosystem der Cybersicherheit wird das Programm sowohl technische als auch praktische Aspekte untersuchen. Ziel ist es, durch den Aufbau einer technologisch hochmodernen und agilen kollektiven Verteidigungsstruktur die Resilienz kritischer Infrastrukturen in der Schweiz gegenüber Cyberangriffen zu erhöhen.
Im Rahmen des NFP «Deglobalisierung und Robustheit von Lieferketten» sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die sich direkt in die Praxis umsetzen lassen. Das Programm verfügt ebenfalls über ein Budget von fünf Millionen Franken und soll Lösungen entwickeln, die der Schweiz erlauben, sich in einem von Deglobalisierung und Lieferkettenstörungen geprägten globalen Umfeld zurechtzufinden und dabei gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie das gesellschaftliche Wohlergehen zu sichern. Dies ist besonders relevant angesichts der tiefgreifenden Veränderungen in den multilateralen Beziehungen.
Zielgerichtete kurze Programme
Diese drei NFP sind das Ergebnis einer Prüfrunde zur Lancierung zielgerichteter kurzer Programme. Sie befassen sich mit vordringlichen gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen, die an den Prioritäten der Bundesverwaltung ausgerichtet sind. Ziel ist die Förderung multidisziplinärer oder sogar transdisziplinärer Forschungsvorhaben. Entsprechend sollen die Programme ein breites Spektrum abdecken – von den Geistes- und Sozialwissenschaften bis zu den exakten Wissenschaften und den Life Sciences .
Die Forschungsdauer der Programme beträgt drei bis vier Jahre. Die für die Umsetzung der drei NFP beantragten Mittel von insgesamt 17 Millionen Franken werden im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2025‒2028 (BFI-Botschaft 2025‒2028) bereitgestellt.
Im Auftrag des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) ist der SNF mit der Umsetzung der NFP betraut. Die Projektausschreibungen werden bis Ende des dritten Quartals 2026 erfolgen.
Gesellschaftliche Bedeutung
Mit den NFP fördert der Bund Forschungsprojekte zur Beantwortung von Fragen und Herausforderungen, die für die Schweizer Gesellschaft von Bedeutung sind. Seit 1975 wurden 84 NFP zu den unterschiedlichsten Themen lanciert. Die Ergebnisse der drei neuen NFP werden der Öffentlichkeit nach deren Abschluss mitgeteilt.
Weitere Informationen: Nationale Forschungsprogramme NFP (admin.ch)
